Junger Münchhausen

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Münchhausen erzählt:
Kugelritt
1
Achtbeiniger Hase
9

Der Kugelreiter

Einem Manne, meine Herren, der einen Gaul, wie mein Litauer war, zu reiten vermochte, können Sie wohl auch noch ein anderes Reitstückchen zutrauen, wenn es auch ein wenig fabelhaft klingen möchte. Wir belagerten nämlich, ich weiß nicht mehr welche Stadt, und dem Feldherrn war ganz erstaunlich viel daran gelegen, genaue Kunde zu bekommen, wie die Sache in der Festung stünde. Es schien außerordentlich schwer, ja fast unmöglich, durch die Kette der Vorposten, Wachen und Festungswerke durchzukommen. Auch war eben kein tüchtiger Kerl vorhanden, dem man die glückliche Vollführung dieser Erkundung hätte zutrauen können. Darum stellte ich mich, vielleicht etwas voreilig vor lauter Diensteifer, neben eine der größeren Kanonen, die soeben nach der Festung zu abgeschossen wurde.Im Hui sprang ich auf die Kugel, in der Absicht, mich in die Festung hineintragen zu lassen. Als ich aber halbwegs durch die Luft geritten war, stiegen mir allerlei nicht unerhebliche Bedenken in den Kopf. Hm, dachte ich, hinein kommst du nun wohl, allein, wie hernach heraus? Und wie wird's dir in der Festung ergehen? Man wird dich sogleich als einen Spion erkennen und an den nächsten Galgen hängen. Ein solches Bette der Ehren wollte ich mir denn gleichwohl verbitten. Nach diesen und ähnlichen Betrachtungen entschloss ich mich kurz, nahm die glückliche Gelegenheit wahr, als eine Kugel aus der Festung einige Schritte von mir entfernt an mir vorüber nach unserem Lager flog, sprang von der einen auf die andere hinüber und kam, zwar unverrichteter Sache, jedoch wohlbehalten, bei den lieben Unsrigen wieder.

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