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| Münchhausen
erzählt: |
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2
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Mein
halbiertes Pferd
Als
wir die Türken in 0tschakow hineintrieben, ging's bei der
Avantgarde heiß her. Weil nun mein Litauer*
so außerordentlich schnell war, so war ich der Vorderste beim
Nachsetzen. Da ich sah, dass der Feind hübsch zum anderen
Tor wieder hinausfloh, so hielt ich's für ratsam, auf dem
Markt zum Rendezvous blasen zu lassen. Ich hielt an, aber
stellt euch mein Erstaunen vor, als ich weder den Trompeter
noch irgendeinen der Meinigen um mich sah; doch mussten sie
mich bald einholen. In dieser Erwartung ritt ich zum Brunnen
und ließ meinen Litauer trinken. Er soff ganz unmäßig und
mit einem Heißdurst,
der gar nicht zu löschen war. Allein dies ging ganz natürlich
zu. Denn als ich mich umsah, was meint ihr Herren, was ich
da erblickte? - Der ganze Hinterteil des armen Tieres war
rein wie abgeschnitten. So lief denn hinten das Wasser ebenso
hinaus, als es vorn hereingekommen war, ohne dass es dem Gaul
zugute kam ... Dieses blieb mir ein völliges Rätsel, bis endlich
mein Reitknecht angejagt kam und mir mit kräftigen Flüchen
folgendes zu vernehmen gab: Als ich pelemele mit dem Feinde
eingedrungen wäre, so hätte man plötzlich das Torgatter fallen
lassen, und dadurch wäre der Hinterteil meines Pferdes rein
abgeschlagen worden. Erst hätte dieser durch beständiges Ausschlagen
fürchterliche Verheerung angerichtet, um dann siegreich zu
einer nahen Weide zu wandern, wo ich ihn wohl noch finden
würde. Ich drehte sogleich um und im schnellen Galopp nach
der Weide hin, wo ich zur größten Freude die andere Hälfte
meines Litauers gesund und wohl vorfand. Der Kurschmied heftete
dann beide Teile meines braven Pferdes mit Lorbeersprösslingen
wieder zusammen. Und das Tollste hätte ich beinahe vergessen:
Ich hatte jetzt auch noch einen idealen Sonnenschutz!
*
sein Pferd aus Litau
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