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| Münchhausen
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6
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Kirschbaum-Hirsch
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ein richtiger Jägersmann ist, der erlebt eben die merkwürdigsten
Dinge. Sie haben unstreitig, meine Herren, von dem heiligen
Schutzpatron der Waidmänner und Schützen, St. Hubert, nicht
minder auch von dem stattlichen Hirsch gehört, der ihm einst
im Walde aufstieß und welcher das heilige Kreuz zwischen seinem
Geweih trug. An diese Geschichte wurde ich einmal lebhaft
erinnert. Einst, als ich mein Blei verschossen hatte, stieß
mir, ganz wider meine Vermutung, der stattlichste Hirsch von
der Welt auf. Er blickte mir so mir nichts, dir nichts ins
Auge, als ob er es auswendig gewusst hätte, dass mein Beutel
leer war. Augenblicklich aber lud ich meine Flinte mit Pulver
und darüber her eine ganze Handvoll Kirschkerne, wovon ich,
so hurtig sich das tun ließ, das Fleisch abgezogen hatte.
Und so gab ich ihm die volle Ladung mitten auf seine Stirn
zwischen das Geweih. Der Schuss betäubte ihn zwar, er taumelte,
machte sich aber doch aus dem Staube. Ein oder zwei Jahre
danach war ich in eben demselben Walde auf der Jagd. Und siehe,
zum Vorschein kam ein stattlicher Hirsch mit einem voll ausgewachsenen
Kirschbaum zwischen seinem Geweih. Mir fiel gleich mein voriges
Abenteuer wieder ein; ich betrachtete den Hirsch als mein
längst erworbenes Eigentum und legte ihn mit einem Schuss
zu Boden, wodurch ich denn auf einmal an Braten und Kirschtunke
zugleich geriet. Denn der Baum hing reichlich voller Früchte,
die ich in meinem ganzen Leben so delikat nicht gegessen hatte.
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