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| Münchhausen
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5
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Flug
mit den Enten
Eines Morgens schwammen auf einem Landsee, an welchen ich
auf einer Jagdstreiferei geriet, einige Dutzend wilder Enten
allzuweit voneinander zerstreut umher, als dass ich mehr als
eine einzige auf einen Schuss hätte erlegen können. Zum Unglück
aber hatte ich meinen letzten Schuss schon in der Flinte.
Gleichwohl aber hätte ich gerne alle Enten gehabt, da ich
nächstens eine ganze Menge guter Freunde und Bekannter bei
mir zu bewirten willens war. In dieser Notlage besann ich
mich denn auf ein Stücklein Schinkenspeck, welches von meinem
Mundvorrat in meiner Jagdtasche noch übrig war. Dies befestigte
ich an eine ziemlich lange Hundeleine, die ich aufzwirbelte
und somit noch viermal verlängerte. Nun verbarg ich mich im
Schilfgebüsch am Ufer, warf meinen Speckbrocken aus und hatte
das Vergnügen, zu sehen, wie die nächste Ente herbeischwamm
und ihn verschlang. Dieser ersten folgten bald alle übrigen
auf folgende Weise: Da der glatte Brocken am Faden gar bald
unverdaut hinten wieder herauskam, so verschlang ihn die nächste,
und so immer weiter. Kurz, der Brocken machte die Reise durch
alle Enten samt und sonders hindurch, ohne von seinem Faden
loszureißen. So
saßen sie denn nun alle daran, wie Perlen an der Schnur. Ich
zog sie gar allerliebst ans Land, schlang mir die Schnur ein
dutzendmal um Schulter und Leib und ging meines Weges nach
Hause. Da ich noch eine ziemliche Strecke davon entfernt war,
und mir die Last einer solchen Menge Enten ziemlich beschwerlich
fiel, so wollte es mir fast leid tun, ihrer allzu viele eingefangen
zu haben. Da kam mir aber ein seltsamer Vorfall zustatten,
der mich anfangs in nicht geringe Verlegenheit setzte. Die
Enten waren nämlich noch alle lebendig, fingen, als sie sich
von der ersten Bestürzung erholt hatten, gar mächtig an, mit
den Flügeln zu schlagen und sich mit mir hoch in die Luft
zu erheben. Allein ich benutzte diesen Umstand, so gut ich
konnte, zu meinem Vorteil und ruderte mit meinen Rockschößen
nach der Gegend meiner Behausung durch die Luft. Als ich nun
gerade über meiner Wohnung angelangt war und es darauf ankam,
ohne Schaden mich herunterzulassen, so drückte ich einer nach
der anderen den Kopf ein, sank dadurch ganz allmählich durch
den Schornstein mitten auf den Küchenherd, auf welchem zum
Glück noch kein Feuer an gezündet war, zu nicht geringem Schrecken
und Erstaunen meines Kochs.
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